Martin „Floh“ Bienerth

Käser
Inhaber Sennerei Andeer

Martin Bienerth stammt aus dem Allgäu und lebt nun seit vielen Jahren im Kanton Graubünden, wo er mit seiner Frau eine Käserei und einen Käseladen führt. Sein Käse genießt eine immer größere Schar von Fans und seine Ansichtskarten, die im Laden in Andeer ebenso erhältlich sind, zeigen eine neue Sichtweise auf die Bergwelt und die Menschen, die da wohnen. Für uns stellt sich der Mann der Berge vor.

Ich bin Jahrgang 1957 und im Allgäu aufgewachsen. Nach dem Fachabitur, Zivildienst und einer einjährigen Reise durch Spanien hat mich die Frage beschäftigt, wo unser Essen herkommt.

1981 bis 1982 besuchte ich die Fachschule für Landwirtschaft in Leutkirch im Allgäu, ich wurde dort konfrontiert mit den Fragen zur Energiepolitik (Atomenergie), der Ökologie (biologischer Landbau), des Umweltschutzes (grüne Politik) und der Milch- und Alpwirtschaft.

Milch als Urstoff allen Lebens im Säugetierbereich (und da gehören wir Menschen auch dazu) weckte meine Neugier. Ich ging dorthin, wo die Milch auch heute noch am ursprünglichsten gewonnen und verarbeitet wird, auf die Alp. Es folgten 20 Sommer (1982 bis 2001) auf verschiedenen Alpen, ich lernte Jungvieh, Schafe, Ziegen, Pferde und Schweine kennen. Meine Liebe blieb jedoch an den Milchkühen hängen. Fragen zu Milchgewinnung, Milchverarbeitung und Milchqualität bestimmen seit damals mein Leben. Ich weiss, jede beantwortete Frage wirft zwei neue Fragen auf. Trotzdem habe ich es gewagt, an der Gesamthochschule-Universität Kassel in Witzenhausen Landwirtschaft zu studieren mit den Schwerpunkten ökologischer Landbau und Tierhaltung. In meiner Studienzeit von 1983 bis 1990 war es mir leider nicht möglich, die Worte Tierproduktion und Tiermaterial trotz ständiger Proteste aus den Vorlesungsräumen zu verbannen. Dafür war es mir vergönnt, mit Prof. Dr. Engelhardt Boehncke einen Hochschulmenschen zu treffen, der meinen Weg gerade durch sein Menschsein massgeblich beeinflusst hat. Meine Diplomarbeit „Zur Geschichte und Entwicklung der Alpen Rinderberg, Grava und Rischuna“ brachte mir tiefe Einblicke in geschichtliche Entwicklungsprozesse der Alpbewirtschaftung und der Berglandwirtschaft.

Die Vielfalt biologischer Wirtschaftsweisen lernte ich kennen durch meine 5-jährige Tätigkeit als EU-Inspektor im Süddeutschen Raum ebenso wie die Auswüchse der Bürokratie, die ich vergeblich versuchte, zu bekämpfen. Meinen Ärger über Paragraphen und Papier konnte ich kompensieren durch meine Arbeit als Waldarbeiter und den Versuch, journalistisch zu arbeiten. Im Jahre 1997 gründete ich den Alpsichtverlag www.alpsicht.ch mit dem Ziel, Postkarten mit einer anderen Sicht der Alpenwelt als Samen zu verstreuen mit der Hoffnung, dass nicht alles, was wirklich gut und sinnvoll ist, von den heutigen „Glücksbringern“ aufgefressen wird.

Als ehemaliges Vorstandsmitglied des Bündner ÄlplerInnenvereins und Mitglied in der Alp- und Milchwirtschaftskommission des Bündner Bauernverbandes lernte ich die Seiten Arbeitgeber und Arbeitnehmer des Alplebens kennen. Beide Seiten verfügen meiner Meinung nach über ein zu geringes Wertebewusstsein für ihre Arbeit und ihre Produkte, weshalb ich mir bis heute zur Aufgabe gemacht habe, an einem neuen Wertebewusstsein im Berggebiet zu arbeiten.

Seit 2001 sind meine Frau Maria Meyer und ich Pächter der Sennerei in Andeer. Unserem Ziel, die Dorfsennerei zu erhalten und so umzugestalten, dass sie sich zu einem gesunden Gesamtbetrieb mit 6 Arbeitsplätzen entwickeln kann, haben wir erreicht. Nun gilt es, dies Erreichte zu festigen. 

Martin „Floh“ Bienerth

Käser
Inhaber Sennerei Andeer

Martin Bienerth stammt aus dem Allgäu und lebt nun seit vielen Jahren im Kanton Graubünden, wo er mit seiner Frau eine Käserei und einen Käseladen führt. Sein Käse genießt eine immer größere Schar von Fans und seine Ansichtskarten, die im Laden in Andeer ebenso erhältlich sind, zeigen eine neue Sichtweise auf die Bergwelt und die Menschen, die da wohnen. Für uns stellt sich der Mann der Berge vor.

Ich bin Jahrgang 1957 und im Allgäu aufgewachsen. Nach dem Fachabitur, Zivildienst und einer einjährigen Reise durch Spanien hat mich die Frage beschäftigt, wo unser Essen herkommt.

1981 bis 1982 besuchte ich die Fachschule für Landwirtschaft in Leutkirch im Allgäu, ich wurde dort konfrontiert mit den Fragen zur Energiepolitik (Atomenergie), der Ökologie (biologischer Landbau), des Umweltschutzes (grüne Politik) und der Milch- und Alpwirtschaft.

Milch als Urstoff allen Lebens im Säugetierbereich (und da gehören wir Menschen auch dazu) weckte meine Neugier. Ich ging dorthin, wo die Milch auch heute noch am ursprünglichsten gewonnen und verarbeitet wird, auf die Alp. Es folgten 20 Sommer (1982 bis 2001) auf verschiedenen Alpen, ich lernte Jungvieh, Schafe, Ziegen, Pferde und Schweine kennen. Meine Liebe blieb jedoch an den Milchkühen hängen. Fragen zu Milchgewinnung, Milchverarbeitung und Milchqualität bestimmen seit damals mein Leben. Ich weiss, jede beantwortete Frage wirft zwei neue Fragen auf. Trotzdem habe ich es gewagt, an der Gesamthochschule-Universität Kassel in Witzenhausen Landwirtschaft zu studieren mit den Schwerpunkten ökologischer Landbau und Tierhaltung. In meiner Studienzeit von 1983 bis 1990 war es mir leider nicht möglich, die Worte Tierproduktion und Tiermaterial trotz ständiger Proteste aus den Vorlesungsräumen zu verbannen. Dafür war es mir vergönnt, mit Prof. Dr. Engelhardt Boehncke einen Hochschulmenschen zu treffen, der meinen Weg gerade durch sein Menschsein massgeblich beeinflusst hat. Meine Diplomarbeit „Zur Geschichte und Entwicklung der Alpen Rinderberg, Grava und Rischuna“ brachte mir tiefe Einblicke in geschichtliche Entwicklungsprozesse der Alpbewirtschaftung und der Berglandwirtschaft.

Die Vielfalt biologischer Wirtschaftsweisen lernte ich kennen durch meine 5-jährige Tätigkeit als EU-Inspektor im Süddeutschen Raum ebenso wie die Auswüchse der Bürokratie, die ich vergeblich versuchte, zu bekämpfen. Meinen Ärger über Paragraphen und Papier konnte ich kompensieren durch meine Arbeit als Waldarbeiter und den Versuch, journalistisch zu arbeiten. Im Jahre 1997 gründete ich den Alpsichtverlag www.alpsicht.ch mit dem Ziel, Postkarten mit einer anderen Sicht der Alpenwelt als Samen zu verstreuen mit der Hoffnung, dass nicht alles, was wirklich gut und sinnvoll ist, von den heutigen „Glücksbringern“ aufgefressen wird.

Als ehemaliges Vorstandsmitglied des Bündner ÄlplerInnenvereins und Mitglied in der Alp- und Milchwirtschaftskommission des Bündner Bauernverbandes lernte ich die Seiten Arbeitgeber und Arbeitnehmer des Alplebens kennen. Beide Seiten verfügen meiner Meinung nach über ein zu geringes Wertebewusstsein für ihre Arbeit und ihre Produkte, weshalb ich mir bis heute zur Aufgabe gemacht habe, an einem neuen Wertebewusstsein im Berggebiet zu arbeiten.

Seit 2001 sind meine Frau Maria Meyer und ich Pächter der Sennerei in Andeer. Unserem Ziel, die Dorfsennerei zu erhalten und so umzugestalten, dass sie sich zu einem gesunden Gesamtbetrieb mit 6 Arbeitsplätzen entwickeln kann, haben wir erreicht. Nun gilt es, dies Erreichte zu festigen. 

Ute Lombardini

Käseverkäuferin

Barbara Willi

Lehrling Milchtechnologin

Daniel Schröttenthaler

Lehrling Milchtechnologe

Joachim Röthlisberger

Käseverkäufer

Ladina Raguth-Tscharner

Käsepflegerin

Maria Meyer

Käsemeisterin
Inhaberin Sennerei Andeer

Aufgewachsen mit fünf Brüdern im wohlbehüteten Lehrer-Elternhaus hat es mich immer zur Landwirtschaft gezogen, das heisst zu dem kleinen Hof meiner Grosseltern. Meine Ursprungsheimat ist Wasserliesch an der Mosel, in Rheinland-Pfalz. Ich bin Jahrgang 1966. Nach 10 Schuljahren begann ich eine Lehre als Blumen- und Zierpflanzengärtnerin in Trier und absolvierte nach drei Jahren die Abschlussprüfung.

Nach einem Gesellenjahr dort nahm ich das Fachabitur in Angriff, Fachrichtung Landwirtschaft in Bonn. Danach führte mich mein Weg auf meinen Traumhof, einem biologisch-dynamisch Betrieb im Odenwald, viel Gemüse, viele verschiedene Tiere und Kühe, deren Milch zu Käse verarbeitet wurde. Da hat es mich gepackt, morgens als erstes Anfeuern und ich als Teil des Prozesses von der Milch bis zum Käse. Auf diesem Hof schwärmte mir der Bauer auch immer von den Alpen in Graubünden vor, wo die Kühe Tag und Nacht draussen sein dürfen und wo es Milch und Käse in Hülle und Fülle gibt. Wieder ein Traum. Ein Biolandbetrieb in der Pfalz mit Milchvieh und Ackerbau war für ein weiteres Jahr eine meiner Ausbildungsstätten. Ein Studium musste her, haben doch meine älteren Brüder auch alle ein Studium. Die Gesamthochschule-Universität Kassel mit seiner Aussenstelle Witzenhausen gilt als Hochburg der Bio-Landwirtschaft. Ganz klar, ich belegte dort den Schwerpunkt ökologische Landwirtschaft.

Die Sommersemesterferien verbrachte ich auf verschiedenen Alpen in Graubünden. Das Glockengeläut, wenn 100 bis 140 Kühe auf die Weide ziehen, die Milch im Kupferkessi, der Käse im Keller, das war das Leben , leider nur für drei Monate im Jahr. In dieser Zeit lernte ich auch meinen späteren Ehemann Martin Bienerth kennen. Meine Diplomarbeit schrieb ich denn auch über das Rheinwald in Graubünden, wo alle Bauern von fünf Gemeinden und drei Dorfkäsereien gleichzeitig auf die biologische Wirtschaftsweise umgestellt hatten, was eine Pionierleistung war. Der Käse liess mich nicht los, so machte ich in der Schweiz die Lehre zur Käserin. Wir gingen weiterhin z`Alp und irgendwann kam eine Anfrage von den Bauern aus Andeer, ob wir nicht Interesse hätten, die Dorfsennerei zu übernehmen. Nach der Fachschule für Käser/innen und unserem letzten Alpsommer begannen wir im Herbst 2001 mit der Verarbeitung der Milch. Im Jahre 2004 habe ich noch die Meisterprüfung gemacht und bin stolz, dass ich Fränzi Akert aus Wädenswil als meine erste Lehrtochter zur Abschlussprüfung begleiten durfte. Seitdem bilde ich jedes Jahr Lehrlinge aus, siehe unter Lehrlinge.

Melanie Vanzetta

Hilfskäserin

Felix Rutishauser

Käsepfleger